Weihnachtsplätzchen

Nachdem nächste Woche schon der 1. Advent auf uns wartet, hat die Weihnachtsbäckerei auch hier begonnen. So wie viele andere Dinge ist auch das Backen in diesem Jahr anders als sonst. In den letzten Jahren haben meine Freundinnen und ich zusammen gebacken und hatten immer ein sehr lustigen Nachmittag mit viel Gelächter und vielen Plätzchen im Bauch. Dieses Jahr musste es also allein gehen. Der Weihnachtssender im Radio wurde aktiviert und dann ging es los. Im ersten Schwung habe ich vier Sorten gebacken:

  • Butterplätzchen
  • Engelsaugen
  • Zitronenküsse
  • Kokosmakronen

Viele meiner Rezepte sind schon sehr alt, teilweise noch aus dem Hauswirtschaftsunterricht unserer Realschule. Aber warum soll man etwas ändern, wenn es gut ist? Noe!

Natürlich gibt es mittlerweile auch neue bzw. moderne Rezepte, aber ehrlich gesagt, überzeugen mich meist die Klassiker.

Alle Rezepte der vier Sorten findet ihr in diesem Beitrag. Plätzchen sind relativ einfach zu backen, am Anfang braucht man vielleicht auch mal Geduld, aber es ist sicherlich keine Raketenwissenschaft. Und meine Plätzchen dürfen auch gerne rustikal aussehen. Wichtig ist, dass sie schmecken!

Für alle Rezepte benötigt ihr natürlich einen Backofen, Backbleche und Backpapier.

Zitronenküsse:

Zutaten:
ca. 240 g Weizenmehl
100 g weiche Butter
50 g Zucker
1 Pack. Vanille-Zucker
1 Pack. geriebene Zitronenschale
1 Prise Salz
ca. 50 g Zitronenmarmelade oder Lemon Curd (+ zusätzlich nochmals 50 g)

Zubereitung:
Alle Zutaten (bis auf die zusätzlichen 50 g Lemon Curd) in eine Rührschüssel geben und mit dem Knethaken zu einem glatten Teig verarbeiten. Bei Bedarf nochmals mit der Hand kurz durchkneten, damit der Teig sich verbinden. Den Teig in Folie geben und ca. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

In der Zwischenzeit legt ihr ein Backblech mit Backpapier aus und heizt den Backofen auf ca. 160 ° C Umluft auf.

Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und in Portionen teilen, die ihr gut verarbeiten könnt. Ich würde ihn mindestens in 3 bis 4 Portionen teilen.

Jetzt wird die Arbeitsfläche leicht mit Mehl bestäubt, damit der Teig dann nicht klebt. Gleiches gilt für die Hände. Jede Portion wird zu einer Rolle geformt. Dazu legt ihr den Teig auf die Arbeitsfläche und rollt ihn mit einer Hand oder beiden Händen vorsichtig hin und her, damit eine Rolle bzw. eine Art dünne Wurst entsteht. Der Durchmesser sollte ca. dem einer Bockwurst entsprechen, um bei der Wurstmetapher zu bleiben 🙂 (ca. 2 – 3 cm Durchmesser).

Mit einem Messer schneidet ihr maximal 1 cm dicke Scheiben ab (vielleicht etwas weniger, sonst werden die Plätzchen am Ende zu groß). Jede Scheibe wird zwischen den Händen zu einer Kugel geformt und mit mindestens 2 cm Abstand auf das Backblech gesetzt.

Am Ende holt ihr euch einen Kochlöffel (am besten aus Holz), taucht den Stiel in Mehl und drückt diesen leicht in die Teigkugeln. Somit werden die Kugeln etwas platt gedrückt und es entsteht ein Loch, in das ihr am Ende die Zitronenmarmelade oder Lemon Curd gebt. Ich verwende dazu zwei kleine Löffel und schabe etwas Marmelade in die kleine Lochmulde. Wenn alle Plätzchen auf dem Blech befüllt sind, wandert das Backblech in den Ofen. Dort bleiben die Plätzchen für ca. 12 Minuten. Schaut einfach mal nach 10 Minuten in den Ofen. Die Plätzchen sollten backen aber nicht wirklich braun werden.

Nach der Backzeit werden die Plätzchen aus dem Backofen geholt. Lasst diese gut auskühlen bevor ihr sie versucht, sonst bleibt im schlimmsten Fall die Marmelade an eurer Lippe kleben und das will niemand!

Butterplätzchen

Zutaten:
80 g Butter
60 g Zucker
Eine Prise Salz
350 g Weizenmehl
1 Teelöffel Backpulver
1 – 2 Eier – je nach Größe

Ausstecher nach Wahl

zusätzlich 2 Eigelb zum Bestreichen am Ende

Zubereitung:
Weiche Butter mit Zucker, Salz, Mel, Backpulver und Ei (startet hier mit 1 Ei) zu einem Teig verkneten. Sollte der Teig zu trocken sein, könnt ihr noch ein weiteres Ei hinzugeben. Dann nochmals gut kneten. Egal ob mit der Hand oder mit Mixer oder der Küchenmaschine.

Den Teig in Folie geben und für ca. 30 Minuten in den Kühlschrank geben.

Der Backofen wird auf 175 °C Ober-u. Unterhitze aufgeheizt.

Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen. Die Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben. Das gilt auch für den Reigroller. Hier wird ebenfalls wieder in Portionen gearbeitet. Entweder teilt ihr den Teig in 3 Teile oder halbiert ihn zumindest. Jetzt wird dieser mit Mehl ca. 4 – 5 mm dick ausgerollt. Macht ihn nicht zu dünn, damit die Plätzchen nicht brechen. Die Plätzchen werden mit den Ausstechern aus der Teigplatte ausgestochen. Man bekommt die Plätzchen am besten von der Arbeitsplatte auf das Backblech gesetzt, wenn man diese nach dem Ausstechen mit einem dünnen Messer oder einem Spatel anhebt. Ich würde empfehlen ca. 1 cm Abstand zwischen den Plätzchen zu lassen. Wenn alle Plätzchen ausgestochen sind und auf dem Backblech platziert sind vermengt ihr zwei Eigelb und bepinselt die Plätzchen vor dem Backen mit dem Eigelb.

Wer seine Plätzchen lieber mit Schokolade oder Zuckerguss dekorieren möchte, lässt die Eischicht weg.

Die Plätzchen werden dann bei 175 °C Ober-u. Unterhitze ca. 12 Minuten gebacken. Auch hier empfehle ich nach ca. 10 Minuten in den Ofen zu schauen, da jeder Backofen anders arbeitet.

Nach der Backzeit lassen wir die Plätzchen auskühlen bevor wir sie essen oder in Boxen verstauen.

Wer die Plätzchen anders dekorieren möchte, kann dies nach dem Auskühlen tun. Als Tipp hierzu: Wer eine Zuckerguss-Dekoration ausgewählt hat, kann diese mit Lebensmittelfarbe einfärben.

Engelsaugen

Zutaten:
70 g Zucker
1 Prise Salz
300 g Mehl
1 Eigelb
100 g gemahlene Mandeln

Zutaten für die Füllung:
ca. 150 g Marmelade (Ich verwende Himbeere)
50 g Zucker
1 EL Zitronensaft

Zubereitung:
Alle Zutaten (außer die der Füllung) in eine Rührschüssel geben und mit dem Knethaken zu einem glatten Teig kneten. Teig in Frischhaltefolie geben und ca. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Auch dieser Teig wird dann portionsweise zu einer „Wurst“ gerollt und mit dem Messer werden ca. 1 cm dicke Scheiben abgeschnitten. Diese Scheiben rollt ihr mit den Händen – wie auch bei den Zitronenküssen – zu kleinen Kugeln und setzt diese auf das Backblech mit 2 – 3 cm Abstand zueinander. Mit einem Kochlöffel-Stiel werden mittig kleine Vertiefungen eingedrückt. So werden die Plätzchen flacher und man kann die Mischung der Füllung besser hinzugeben.

Wenn alle Vertiefungen eingedrückt sind, werden die Zutaten der Füllung in einer Schüssel verrührt. Mit einem kleinen Löffel gebt ihr die Füllung in die Vertiefung.

Die Plätzchen werden im Backofen bei 200° C Ober-u. Unterhitze ca. 12 Minuten auf mittlerer Schiene gebacken. Auch hier bitte nach 10 Minuten in den Backofen schauen, ob sie nicht zu braun werden. Anschließend aus dem Backofen nehmen und auskühlen lassen. Achtung, die Marmeladenfüllung ist sehr heiß:

Kokosmakronen

Es macht immer Sinn, dass man Makronen backt, wenn auch andere Plätzchen-Sorten gebacken werden, bei denen man z.B. nur Eigelbe benötigt (wie hier bei den Butterplätzchen). Dann verwendet man kein Eiweiß.

Zutaten:
2 Eißweiß
1/2 TL Zitronensaft
100 g Puderzucker
130 g Kokos (geraspelt)

Backoblaten

Zubereitung:
Das Eiweiß in einer Rührschüssel und einem Mixer mit dem Zitronensaft steif schlagen. Es ist steif, wenn man die Schüssel auf den Kopf stellen kann und nichts mehr herausläuft. Danach wird der Puderzucker in die Masse gesiebt und die Kokosraspel hinzugegeben. Alle Zutaten werden jetzt mit einem Löffel gut vermengt.

Nun werden die Backoblaten mit ca. 1 cm Abstand auf dem Backblech verteilt. Die Kokosmasse am besten mit zwei kleinen Löffeln auf die Oblaten geben. Ich mache es so, dass ich mit einem Löffel die Masse aus der Schüssel entnehme und diese mit dem anderen Löffel einfach auf die Oblate schiebe.

Die Makronen wandern jetzt für ca. 10 – 15 Minuten Umluft bei 180 °C in den Backofen. Wenn Sie leichte hellbraune Ränder bekommen, sind sie fertig.

Achtet darauf, dass alle Plätzchen in gut verschlossenen Dosen aufbewahrt werden, damit sie nicht hart werden und austrocknen.